Der Leopardgecko – hat er wirklich eine Persönlichkeit?
Ja. Definitiv ja.
Ob ein Leopardgecko eine Persönlichkeit hat würde ich ganz klar mit „ja“ beantworten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Chili uns an Bewegung und Stimme erkennen kann. Immer wenn wir nach Hause kommen, kommt sie aus ihrem Versteck oder vom Schlafplatz raus und läuft zu einer bestimmten Ecke im Terrarium – um uns zu begrüßen (oder weil sie denkt es gibt Futter).
Chilis Macken und Eigenheiten
Die Hand-Amnesie
Chili ist etwas schusselig. Sie vergisst, dass die Hand zum Besitzer gehört. Wenn man nicht regelmäßig übt, dass sie auf die Hand klettert, vergisst sie das irgendwie wieder und ist dann ganz skeptisch, wenn die Hand in ihrer Nähe ist. Anfassen geht mittlerweile gut. Auch ein kurzes sanftes Streicheln am Kopf oder ein Kraulen unterm Kinn scheint ihr (manchmal) zu gefallen. Was gar nicht okay für sie ist: festhalten! Da kommt aus dem kleinen Tier dann auch mal ein demonstrierendes Geräusch. Aber man muss sie ja auch nicht festhalten, wenn sie das nicht will.
Neugier – in freier Natur ein Todesurteil
Chili ist neugierig wie sonst noch was. In freier Natur wäre sie wahrscheinlich nicht überlebensfähig. Da würde ein Raubvogel über ihr fliegen und sie käme aus ihrem Versteck, um zu gucken, was da los ist. Was ihr in der Natur wahrscheinlich zum Verhängnis werden würde, macht sie als Haustier umso drolliger. Wenn sie etwas Interessantes sieht, muss sie sofort in die Richtung laufen – egal was im Weg ist. Nicht geschaut, einfach losgestolpert, auf die Schnauze gefallen. Vorprogrammiert.
Das seltsame undefinierbare Geräusch
Dann sind da noch die lustigen Geräusche. Ich weiß bis heute nicht, ob sie beim Gähnen ein Geräusch macht oder ob sie einen Albtraum hatte, von dem sie aufwacht. Es klingt wie eine Mischung aus Krähe, Kröte und Quietscheente. Das sollte es ganz gut beschreiben. 😊
Chili morgens – bitte nicht ansprechen
Wenn Madame gerade von ihrem Nickerchen aufgewacht ist, ist Chili wie manche Menschen vor dem ersten Kaffee. Bloß nicht ansprechen oder angucken! Die Augen sind noch nicht ganz auf, irgendwie auch etwas dick vom Pennen. Ansprechen und anschauen bewirkt, dass sie sich erstmal in ein Versteck begibt – und frühestens eine halbe Stunde später wieder rauskommt. Lässt man sie in Ruhe, legt sie sich auf den von der Wärmelampe aufgewärmten Stein und döst noch etwas weiter. Kein Kommentar.
Fütterungstag – Madame ist kurz vor dem Verhungern
Am aufgedrehtesten ist der Leopardgecko an Fütterungstagen. So wie fast alle Tiere ist Chili ja auch „ganz kurz vor dem Verhungern“ – egal wie viel man futtert, es ist nie genug. An Fütterungstagen steht sie schon an der Scheibe des Terrariums bereit, auf den Hinterbeinchen, den Bauch an die Scheibe gelehnt. Sieht sie eine Bewegung außen am Terrarium, schlägt sie die Augenlider ganz weit auf. Pupillen groß, jede Bewegung wird blitzschnell verfolgt.
Die Jagd
Bei langsamen Mehlwürmern schnappt sie manchmal bis zu fünfmal daneben, bis sie den Mehlwurm dann „erjagt“ hat. Bei Heuschrecken kommt es immer auf den Intelligenzquotienten der Heuschrecke an. Manche springen in vorübergehende Sicherheit, manche sind einfach zu doof und somit leichte Beute. Grillen und Heimchen sind da schon aufregender für Chili. Wenn die sie bemerken, flitzen sie auf die gegenüberliegende Seite des Terrariums – was den Adrenalinspiegel bei Chili schön oben hält.
Nach dem Essen
Wenn sie merkt, dass kein weiteres Futtertier ins Terrarium kommt und alle Insekten verspeist sind, wird sich erstmal abgeschleckt. Erst kommen unendlich viele Schlecker mit der süßen kleinen rosa Zunge über Ober- und Unterlippe. Die Augenlider fahren langsam auf halbe Position. Vielleicht wird noch etwas am Körper sauber geputzt, wenn ein Insekt sie irgendwo berührt hatte. Dann legt sie sich zur Verdauung auf den warmen Stein (oder darunter) und chillt dort – natürlich wieder mit geschlossenen Augen.
Der tägliche Abend-Rundgang
Erst wenn die Wärmelampe aus ist, wird Chili wieder aktiver und inspiziert ihr Territorium. Ist alles noch da, wo es sein sollte? War ein fremder Gecko im Revier? Alles geprüft – dann folgt der tägliche Gang zur Toilette.
Der Toilettenplatz – eine kleine Katastrophe
Ja, Leopardgeckos haben feste Plätze für das Geschäft. Bei uns ist das leider ganz oben im Terrarium auf einer Kunstpflanze – an der Stelle, die man im gesamten Terrarium fast am schlechtesten erreichen kann. Machen kann man da nichts. Der Toilettenplatz wird von ihr nicht verlegt. Immerhin besser als der letzte Toilettenplatz vor der letzten Komplettreinigung – der war ganz hinten unter der Rückwand, und man musste das halbe Terrarium ausräumen, um da zum Saubermachen dranzukommen.
Ich glaube, sie sucht sich extra so blöde Stellen aus um mich zu ärgern. Bestimmt ist sie eingeschnappt, dass es nicht täglich Futter gibt – und die Position der Toilette ist die Retourkutsche.
Eine detailliertere Geschichte zu Toiletten von Leopardgeckos folgt bald. 😊


